Passivhäuser

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem sowohl im Sommer als auch im Winter eine behagliche Innenraumtemperatur ohne herkömmliche Heizung bzw. Klimatisierung erreicht wird.

 

Das Prinzip eines Passivhauses ist, ähnlich wie bei einer Thermoskanne, einmal im Haus befindliche Wärme nicht wieder nach draußen zu lassen. Was nicht verloren geht, muss auch nicht wieder erwärmt werden. Wärmeverluste werden durch eine entsprechend berechnete Wärmedämmung so gering wie möglich gehalten, so dass eine herkömmliche Heizung entfallen kann. Für kalte Tage genügt eine „Restheizung“.

                                  

Die entscheidenden Vorteile eines Passivhauses sind ein hoher Wohnkomfort, ganzjährige frische Luft in allen Wohnräumen, keine Stockflecken oder Schimmelbildung in den Ecken oder um die Fenster, sehr guter Bautenschutz, hohe Versorgungssicherheit, Nutzung von Fördermaßnahmen, eine radikale Umweltentlastung und extrem geringe Heizkosten.

 

Zum Vergleich: Ein herkömmliches Einfamilienhaus mit etwa 140 m² Wohnfläche benötigt etwa 2000 – 2500 Liter Heizöl. Ein vergleichbares Passivhaus kommt dagegen mit ca. 200 Litern aus. Bei einem Heizölpreis von 65 Cent/Liter bedeutet das eine Ersparnis von ca. 1300,-- € im Jahr – Tendenz steigend.

 

In Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen schon 3000 Passivhäuser, und ihre Bewohner fühlen sich darin wohl, weil das Raumklima als sehr angenehm empfunden wird. Dank der guten Dämmung strahlen alle Wände – auch die Außenwände – eine Wohlfühltemperatur ab, und das leise arbeitende Lüftungssystem sorgt kontinuierlich für pollenfreie und staubarme Luft, von der Asthmatiker und Allergiker nur träumen können.

Das erste Passivhaus wurde 1991 in Darmstadt Kranichstein gebaut und als Forschungsprojekt über die Jahre begleitet. Die Untersuchungsergebnisse und die Befragung der Bewohner werden vom Passivhausinstitut kontinuierlich fortgeschrieben und dienen als Grundlage für weitere Verbesserungen des Passivhausstandards.